Asien Afrika Institut
Abteilung für
Sprachen und Kulturen
WS 2005- Verfassungsnummer
10.405
Entwicklungsgeschichte südostasiatischen Verfassung
Kurzprotokoll der Sitzung vom 07.12.05
(Alexandra Falk)
In dieser Sitzung wurden folgende Themen
behandelt:
-Wiederholung zur Verfassung von 1947
-Merkmale
der Verfassung von 1974
-Korrelation zwischen Mensch und
Umwelt
-Neues von der Nationalversammlung
Allgemeiner
Grundsatz: Hinter jeder Verfassung steckt einen Idee und jede
Verfassung löst eine Wirkung aus.
a) Wiederholung zur
Verfassung von 1947:
Diese Verfassung soll demokratische Grundzüge
beinhalten.
Prägend für diese demokratische Verfassung
ist das Leitbild Aung San, der an die Verwirklichung einer Union
glaubte, aber im Nachhinein als ein Advokat des Föderalismus
dargestellt wird.
Nach dem Treffen in Panglong am 12.02.1947
sollen allen Bürgern nach dieser Verfassung neue Rechte
zugesprochen werden. Unter anderem erfolgt die Abschaffung der
Steuerwahlen und freie Wahlen entstehen. Jeder Bürger ab 18
Jahre besitzt nun das Recht sich aktiv an den Wahlen zu
beteiligen.
Außerdem sollen alle ethnischen Gruppen nach
einem Ablauf von 10 Jahren die Möglichkeit besitzen die Union zu
verlassen, um dann ihren eigenen unabhängigen Staat zu gründen.
Es bestand allerdings die Hoffnung, dass in diesen 10 Jahren eine
Vertrauensbasis zur Union entstand, wodurch kein Gruppe das Interesse
hegt, diese zu verlassen.
Das Recht die Union zu verlassen wird
durch Aung San veranlasst und tritt mit der Verfassung von 1947 am
04.01.1948 in Kraft.
Realität:
Bei dem Treffen in Panglong
sind nur Mitglieder der "Shan",der "Kachin" und
der " Chin" anwesend.
Mitglieder der Karen sind bei
diesem Treffen nur als Beobachter dabei, wodurch deren Interessen
nicht vertreten werden können. Dieses steht im Widerspruch zur
allgemeinen Inanspruchnahme der Beschlüsse von Panlong auf durch
alle ethnischen Gruppen in Birma.
Weiterhin können im Jahr
1948 praktisch nur zwei von drei Minderheiten (Schan und Karenni) aus
der Union austreten, um so ihren eigenen Staat zu gründen.
In
dieser Verfassung existiert also ein Widerspruch zwischen dem Ideal
(eine freie Union von freien Völkern) und der politischen
Realität.
b) Die Verfassung von 1974:
Diese
Verfassung gilt als Zwischenverfassung und soll sozialistisch
demokratische Züge besitzen.
Durch einen Militärputsch
im Jahr 1962 übernimmt General Ne Win die Führung in
Birma.
Dieser ernennt sich selbst zum Präsidenten und
proklamiert die Umwandlung Birmas zu einem sozialistischen Staat mit
demokratischen Zügen.Demokratische Züge deshalb, weil alle
Bürger sich mit der neuen Verfassung identifizieren sollen.Alle
Menschen sollen in dieser Verfassung mit einbezogen werden.
Die
Idealvorstellung dieser Verfassung ist der demokratische
Sozialismus.
Laut der Verfassung soll ein einheitliches Volk
entstehen.
Dabei wird die Gefahr dass es zu einem Zerfall der
Gesellschaft kommen kann ignoriert.
c) „Das System der
Korrelation zwischen Mensch und Umwelt“
Mit dieser Schrift
(Anfang 63 publiziert) wird die philosophische Grundlage der 74er
Verfassung verdeutlicht.
Die Philosophische beginnt mit der
Nennung von „drei Welten“, in die alle Wirklichkeit
eingeteilt werden kann und die aus der buddhistischen Kosmologie
bekannt sind.
Insgesamt lässt sich der Kosmos so einteilen.
-
Die materielle Welt
- Die tierische Welt
- Die Welt der
Phänomene
Durch diese drei Welten lässt sich auch ein
Bezug zum Menschenbild herstellen.
So ist der Mensch als Teilhaber
aller drei Welten anzusehen. Auch diese Betrachtungsweise hat einen
buddhistischen Hintergrund.
Weiterhin gilt der Mensch als ein
zusammengesetztes Wesen, das Veränderungen ausgesetzt ist.
Diese
Philosophie soll von allen Menschen erlernt werden.
Im Vergleich
dazu wird der Mensch nach der christlich-westlicher Auffassung und
der deutschen Verfassung als ein einzelnes, unteilbares und würdiges
Individuum betrachtet.
d) Neues von der Nationalversammlung in
Birma:
Diese Nationalversammlung tagt seid 1993 in unregelmäßigen
Abständen, um eine neue Verfassung für Birma
auszuarbeiten.
Bei der neuen, am 5.12. begonnenen Zusammenkunft
soll als Idealisierungsidee die Loyalität zur Union im
Vordergrund stehen. Diese Loyalität hat einen religiösen
Hintergrund.
Unter anderem gilt als Bedingung dieser Versammlung,
dass eine objektive Diskussion geführt wird.
In dieser
Diskussion dürfen keine negative Äußerungen gegenüber
andere ethnischen Gruppen gemacht werden.
Diese Bedingung lässt
sich auf dem Hintergrund eines der 5 buddhistischen Gebote
sehen.
Themen für die nächste Sitzung:
- Das
Thema " Neues von der Nationalversammlung" wird
fortgesetzt.
- Es stehen zwei Referate auf dem Programm.