Asien-Afrika-Institut
Entwicklungsgeschichte südostasiatischer Verfassungen
WS 2005 - V.Nr.: 10.405
Dozent: Hans-Bernd Zöllner
Thema der Sitzung 18.01.06:
Verfassungsgebende Versammlung in Myanmar
Referat Frank und Henrik
Zu 1: Gesellschaftliche Ereignisse und ihre Bedeutungen sind ein Spiegel der Kultur in der sie auftreten. Ebenso die Art des gesellschaftlichen Diskurses über sie, dessen Teil sie sind. Ich denke, so oder ähnlich könnte Herr Zöllners Eingangsthese für den von ihm moderierten Teil der Sitzung ausformuliert werden.
Die New Light of Myanmar berichtet regelmäßig über die verfassungsgebende Versammlung und das Geschehen um sie herum.
In dem von Herrn Zöllner vorgestellten Artikel ging es um die Rechte und Pflichten der burmesischen Intellektuellen und ihre zukünftige Rolle in Regierungsahngelegenheiten. Der Text stellte ein grundsätzliches Verständnis der Machthaber dar: Ein sehr geringer Prozentsatz, der im Staat Myanmar/Birma lebenden Menschen, hat ein befriedigendes Bildungsniveau. Daher muss es eine Elite mit Entscheidungsbefugnis geben. Diese ist verpflichtet die Geschicke der Bevölkerung zu ihren Gunsten zu lenken und sie zu beschützen, im Zweifelsfall auch vor sich selbst. (Analogie: Vater = Staat; unmündige Kinder = Bürger)
Hier wurden strukturelle Parallelen zu Singapur erwähnt. Es ist also zu überlegen, ob diese Art der Staatsphilosophie (regionale Sonderformen und Eigenheiten eingeschlossen) prototypisch für Süd- Ost Asien ist.
Weiterführung dieser Überlegung: Wenn oben skizziertes Staatskonzept in Süd- Ost Asien idealisiert wird, kann es möglich sein, dass einige kritische Intellektuelle Burmesen kein grundsätzliches Problem mit autoritären Regierungen, sondern speziell mit der gegenwärtigen Regierung haben. Für diese Behauptung wurde das Argument aufgeführt, dass es einer rein zivilen Staatsführung in Burma bisher nie gelungen ist Verfassungen durchzusetzen bzw. zu schützen. Ich denke nicht, dass diese Hypothesen dazu dienen sollten Myanmars Probleme zu verharmlosen und die Junta in einem positiven Licht darzustellen. Dennoch regte diese Skizzierung Diskussion im Kurs an. Genau das zeigt, wie schwierig es bei der Auseinandersetzung mit anderen Kulturen ist unsere Wertmaßstäbe abzulegen und uns in andere Konzepte hineinzudenken.
Zu 2: 1. Skizze des Niedergangs der absoluten Monarchie in Thailand, der im Umsturz von 1932 mündete und dessen Folge die erste Verfassung Thailands war.
2. Klärungsversuch warum der Verfassungsentwurf von der eigentlichen Verfassung abwich. Hypothese: Diese Abweichung ist Ausdruck des Konflikts innerhalb der Putschistenfraktion.