Auf dieser Seite gibt es aktuelle Information aus und zu den Themen dieser Homepage und einige Hinweise auf meine Aktivitäten und Gedanken. Die neuesten Meldungen kommen zuerst, beim Runterscrollen geht es dann zurück in die Vergangenheit. Die Angaben beginnen Anfang März 2014 mit dem Besuch von Bundespräsident Gauck in Myanmar.

August 2017

Am 18. August habe ich über einen Anruf vom Deutschlandfunk Kultur gelernt, dass am Tag darauf das 10jährige Jubiläum der "Safran Revolution" ansteht. Ob ich dazu ein kurzes Interview geben könne? Klar, sagte ich und plauderte mit dem die Sendung vorbereitenden Mitarbeiter darüber, warum das Ereignis weder "Safran noch Revolution" gewesen sei. Man war in Berlin offenbar auf den Titel meines gleichnamigen Buches gestoßen, aber natürlich ohne reingeschaut zu haben. Erst nach dem Gespräch fiel mir ein, dass mir nicht klar war, was den am 19. August 2007 eigentlich geschehen war. Ich schlug also in meinem Buch nach und stellte fest, dass an diesem Tag Mitglieder der 88er Studenten-Genertion eine Wanderung durch Straßen Yangons gemacht hatten - ohne Spruchbäger, das Ausrufen von Slogans oder anderen Aufsehen erregenden Aktionen. Es war ein Marsch, der an die Folgen der radikalen Preiserhöhung für Flüssiggas erinnern sollte, der zu einer drastischen Erhöhe der mit diesem Kraftstoff betankten Busser der Stadt geführt hatte, die sich viele arme Leute nicht mehr leisten konnten. Die Mönche begannen mit ihren Demonstrationen erst am 18. September.

Ich versuchte am nächsten Morgen den Sender zu erreichen, um das Gespräch vielleicht noch in andere Bahnen zu lenken. Das klappte nicht. Ich informierte die Hörer also darüber, dass am 19.8. höchstens das Vorspiel zu den Mönchsprotesten begonnen hatten und beantwortete dann brav die fünf Fragen, die der Redakteur offenbar auf seinem Zettel hatte und die erkennen ließen, dass die Redaktion sich vorher über das ganze Ereignis überhaupt nicht näher informiert hatte.

In der Abendsendung des Deutschlandfunks aus Köln gab es dann einen Kommentar, der gar nicht fragte, sondern nu die altbekannten Klischees reproduzierte und behauptete, dass der damalige Aufstand die Entwicklung der Ereignisse hin zur Machtübernahme der Regierung durch Aung San Suu Kyi maßgeblich bestimmt habe.

Das alles erinnerte micgh daran, dass ich mich nach der Berichterstattung von vor 10 Jahren zum ersten Mal richtig über den Unfug aufgeregt habe, den unsere Medien über Myanmar verbreiten und daraufhin meinen Ärger in einem längeren Text Ausdruck verliehen habe. Hier sind die Palmström-Variationen von damals. - Meine Recherchen zur Rekonstruktion der Ereignisse finden sich im Internet in englischer Sprache, getrennt nacvh Text und Dokumentation.

Juli 2017

Vom 6.-8. Juli fand in Hamburg der G20-Gipfel statt. Ich beteiligte mich an einer der Demonstrationen, die weniger Schlagzeilen machten als die gewaltbereiten Aktivisten. Meine Haltung zu der Veranstaltung und ihren Begleiterscheinungen habe ich dann in einem Brief an den Ersten Bürgermeister unserer Stadt so formuliert:

 

Hamburg, den 8. Juni 2017

Betr.: G20

 

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

Gerade zurück von einer der friedlichen Demonstrationen des heutigen Tages möchte ich Ihnen einige Gedanken mitteilen, die sich in den letzten Tagen bei mir eingestellt haben.

Kurz zu meiner Person: Ich bin 74, pensionierter Pastor und war zuletzt 12 Jahre am Osdorfer Born tätig. Dort hatte ich auch einmal das Vergnügen, mit Ihnen zu plaudern. Außerdem beschäftige ich mich seit gut 20 Jahren wissenschaftlich mit einigen Aspekten der Globalisierung. Ich bin ein treuer rot-grüner Wähler, jedenfalls bisher.

Nun zu meinen Gedanken. Sie laufen darauf hinaus, dass meine bisherige Annahme, dass die von uns Bürgern mit ins Amt gewählten Politiker wie Frau Merkel und Sie, die maßgeblich dafür verantwortlich sind, dass der Gipfel in Hamburg stattfand, über ein gewisses Maß an common sense verfügten, durch die Ereignisse der letzten Tage stark erschüttert worden ist. Dafür gibt es im Wesentlichen drei Gründe:

  1. Es musste jedem Politiker klar sein, dass die Einladung des G20 Gipfels nach Hamburg – oder in eine andere europäische Stadt - sich gleichzeitig an Globalisierungsgegner richtete, die sich berufen fühlen, ihre Meinung zu diesem Phänomen vor Ort öffentlich kund zu tun. Die Einladung war also eine Provokation. Sie besagte – im Merkel-Deutsch gesagt: Wir schaffen das, also auch: Wir schaffen Euch. Von vornherein war auch klar, dass einige der Gegner die ihrer Ansicht nach weltweit ausgeübte strukturelle Gewalt mit Gegengewalt beantworten würden. Die Veranstalter wussten also, was auf Hamburg zukommt. Sie haben das jetzt beklagte Ergebnis billigend in Kauf genommen, wie es wohl in der Juristensprache heißt. Das war nicht sehr schlau und außerdem fahrlässig, zumal ja nicht die Organisatoren unter den Folgen zu leiden hatten, sondern betroffenen Bürger und Polizisten. Letztere jetzt als „Helden“ zu bezeichnen, erfordert m.E. schon ein hohes Maß an Chuzpe. Auf Grund meiner religiösen Sozialisation und meines Alters gehöre ich zu den auch von Ihnen geschätzten friedlichen Protestanten, sehe aber keinen Grund, mich von dem aggressiven Verhalten mancher Demonstranten zu distanzieren – solange unsere regierende politische Klasse nicht einräumt, ihren Beitrag zu den Gewaltausbrüchen geleistet zu haben. Zur Konfrontation gehören immer zwei – und ihre vollmundigen Beteuerungen, für die Sicherheit in Hamburg sei gesorgt, hat die „Profis“ auf der anderen Seite naturgemäß gereizt. Auch das hätten Sie wissen können.

  2. All das wäre aus meiner Sicht halbwegs in Ordnung, wenn das Format dieses Gipfels im Vergleich von Aufwand und Resultat Sinn machen würde. Dem ist eindeutig nicht so. Das Ergebnis dieses Gipfels ist ein Abschlussdokument, das nur deswegen als eine Art Erfolg verkauft werden kann, weil Gentleman Trump die taffe Kanzlerin nicht ganz blamieren wollte. Seit es diese Treffen auf der Ebene der Regierungschefs gibt, hat sich zudem die globale Situation teils dramatisch verschlechtert. Nur ein Beispiel: Es lässt sich zeigen, dass die westlichen Demokratien auf den „Arabischen Frühling“ völlig uninformiert und politisch falsch regiert haben. Die Folgen sind die katastrophalen Flüchtlingsbewegungen über Libyen und aus dem syrischen Bürgerkrieg. Zudem haben die Gegner dieses Formats schlicht und einfach recht, dass sich in Hamburg einmal wieder die Herr*innen der Welt in luxuriöser Umgebung trafen und die eigentlich Arbeit – mit Ausnahme der Gastgeberin – von ihren „Sherpas“ erledigen ließen. Dieses Wort aus dem gipfelreichen Nepal ist eine treffende Metapher für das Treffen: Dienstbare Geister sorgten dafür, auf dem Papier die Probleme zu bemänteln, die in der Realität von den Chef*innen verursacht wurden. Nun ist das wohl das Wesen heutiger Politik. Aber jeder Mensch mit common sense - zumal ein nicht nur weltoffener, sondern auch kostenbewusster Hanseat - hätte sich eine solche wenig charmante und zudem teure Veranstaltung vom Halse halten sollen. (Nebenbei: Das nette Treffen zwischen Trump und Putin hätte auch mit weniger Aufwand hier oder woanders stattfinden können.) Immerhin: Wir haben hier in Hamburg nun ein klitzekleines Stück von der Anarchie vor Augen geführt bekommen, die Menschen in weiten Teilen der Welt täglich erleben. Schließlich. Wenn die Welt zum Besseren verändert werden soll, müssen sich auch die Veränderer bewegen statt eherne Prinzipien auf Kosten anderer vor sich her zu tragen. Ein Nachdenken über die Rituale ihrer Treffen wäre dazu ein erster kleiner Schritt.

  3. Auf diesem Hintergrund hat Herr Lux mit seiner Kritik am Konzert in der Elbphilharmonie den Nagel auf den Kopf getroffen. Sie war ein „obszöner, ja pornografischer Missbrauch von Kunst“. Der ganze Gipfel war eine arrogante Verhöhnung der notleidenden Menschen und eine zynische Inszenierung von „Demokratie“ durch Politiker, die ihre Prinzipien mit Gewalt durchpauken. Das zeigte sich auch in Ihrem Versuch, die Demonstranten, die sich wie ich heute aufgemacht haben, um friedlich gegen den Gipfel zu protestieren, zu vereinnahmen. Ich empfinde es – sorry – als Verarschung, wenn ich durch meine Teilnahme an den Kundgebungen als „willkommene Helfer“ des Demokratieprojektes à la Merkel und Scholz/Schulz willkommen geheißen werde.

 

Kurz: Guter Wille, den ich weder Ihnen noch allen anderen an diesem großen Event Beteiligten abspreche, genügt nicht. Es ist nötig, gründlicher umzudenken und umzukehren, und zwar auf allen Seiten. Das ist nebenbei der Kern der Botschaft Jesu.

Mein praktisch-politisches Fazit: Wenn nichts dazwischenkommt, werde ich bei der kommenden Wahl meine Stimmen so verteilen: Die Erststimme bekommt der Kandidat Ihrer Partei in meinem Wahlbezirk. Er und vor allem die alte Dame SPD haben weiter meine Sympathie .Die Zweitstimme geht an die Linken, was ich allerdings eher als einen Akt der Verzweiflung empfinde. - Und es versteht sich, dass ich auf dies Schreiben keine Antwort von einem Ihrer Sherpas erwarte.

Mit freundlichen Grüßen und allen guten Wünschen

gez.: Hans-Bernd Zöllner

Nachtrag:
Was haben die Veranstaltungen in Hamburg und die Erwägungen in Berlin über die Kachin in Myanmar gemeinsam, außer dass sie "irgendwie global" sind? Sie fordern dazu auf, das Verhältnis zur Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung neu zu definieren. Das wird nicht einfach.

Juni 2017

Jesus als Hüter der Kachin-Flagge
Jesus als Hüter der Kachin-Flagge

Anfang Juni fand in Berlin wieder ein vom Evangelischen Missionswerk veranstalteter Workshop zu Myanmar statt, bei dem am ersten Tag die Lage im Kachin-Staat auf dem Programm stand. Dabei stand die Rolle der christlichen Religion als Begründung für den Freiheitskampf der Kachin im Mittelpunkt. Der estnische Anthropologe Laur Kiik hielt einen Vortrag über seine Forschungen zum Thema. Ich habe versucht zu erklären, welche neue Form einer "kontextuellen Theologie" sich seit einiger Zeit in Myanmar entwickelt. Eine erweiterte Fassung des Vortrags findet sich hier.

Januar 2017

Zum Jahrfesanfang war ich wieder in Myanmar. Der Schwerpunkt lag auf weiteren Recherchen zu den der Bundesrepublik geförderten Berufsschulprojekt in Sinde 300 km nördlich von Yangon, am Ayeyawadi gegenüber von Pyay gelegen), das auf das Jahr 1970 zurückgeht, 1979 eröffnet wurde und nach der Unterbrechung deutscher Entwicklungszusammenarbeit mit Myanmar zwischen 1988 und 2012 jetzt wieder von der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) gefördert wird. Die SAchule ist in mehrfacher Hinsicht interessant, u.a. deshalb, weil hier eine Alumni Organisation besteht, die regelmäßig treffen organisiert und die Jubiläen der Schule in großem Stil feiert. Die folgende Bilderserie beginnt mit einigen Bildern vom 35jährigen Jubiläum, an dem an die 2000 Leute teilnahmen, zeigt dann, was beim Jahrestreffen 2017 in Yangon los war und gibt schließlich einen Einblick in die Schule und ihre Umgebung.

Die Schule bildet junge Leute in acht verschiedenen Berufen aus - u.a. Kraftfahrzeugmechaniker_innen, Werkzeugmacher_innen und technische Zeichner_innen. Ursprünglich gab es eine dreijährige Ausbildung nach deutschen Vorbild. Im Laufe der Jahre wurde sie auf ein Jahr reduziert, soll jetzt aber wieder auf zwei Jahre erweitert werden.

Die Alumni-Organisation dient im Kern dazu, den Familien der Mitglieder in Krankheitsfällen zu helfen. 2015 wurde aber auch Geld für das Dorf Sine gesammelt, das von der großen Flut betroffen war und im Januar übergab der Schatzmeister dem Abt des benachbarten Klosters 50 Lakh (als 50mal 100.000) Kyat für einen neuen Brunnen, der dem Kloster und auch den benachbarten Bewohnern zugute kommt.

August/September 2016

Am 31. August begann 4tägige die "Panglong Konferenz des 21. Jahrhunderts" in Naypyidaw. Sie war nach dem Ort benannt, an dem Aung San im Februar 1947 ein Abkommen mit den Vertretern drei ethnischer Gruppen - der Schan, Kachin und Chin - geschlossen hatte. Damit wurde die Grundlage für einen gemeinsam Weg von ethnischen Birmanen und Nicht-Birmanen in die Unabhängigkeit gelegt. Seitdem wird der "Geist von Panglong" beschworen, der nach Meinung zahlreicher ethnischer Gruppen von den Nachfolgern des wenige Monate nach Abschluss der Konferenz ermordeten Unabhängigkeithelden verraten worden sei. Mit der Anknüpfung an ihren Vater hat Aung San Suu Kyi einen ersten Schritt zur Erfüllung eines ihrer Wahlversprechen getan: eine neue und dauerhafte Versöhnung zwischen den verschidenen Ethnien des Landes herzustellen.

An der Konferenz nahmen über 1000 Vertreter fast aller politischen und ethnischen Gruppierungen des Landes teil, darunter auch der meisten bewaffneten Gruppierungen, die bisher noch keinen Waffenstillstand mit der Regierung abgeschlossen haben.

Auf der Konferenz wurden eine Menge Reden gehalten. Beschlüsse wurden nicht gefasst. Als größter Erfolg galt die Tatsache, dass eine Fortsetzung der Tagung vereinbart wurde.

März 2016

Nach der gewonnenen Wahl traf Aung San Suu Kyi die notwendigen Personalentscheidungen. Zum Präsidenten bestimmte sie den 68jährigen Htin Kyaw, Sohn eines prominenten Dichters, der sich 1990 als Kandidat für die Partei zur Verfügung gestellt hatte. Der neue Präsident war bei der letzten Wahl kein Kandidat. Er war von der von der NLD dominierten "Volkskammer" vorgeschlagen worden und erhielt bei der Abstimmung der beiden Häuser des Unionsparlamentes die meisten Stimmen. Die von der ebenfalls von der NLD dominierte Nationalitätenkammer nominierte einen Abgeordneten aus der Ethnie der Chin. Er erhielt bei der Wahl die geringste Anzahl an Stimmen und ist nun Vizepräsident wie auch der von der Militärfraktion nominierte Ex-Milität Myint Swe, der als korrupter Hardliner gilt und bisher Chief Minister Yangons war.

Im neuen Kabinett übernahm Aung San Suu Kyi anfangs gleich vier Posten: Das Außen-, Erziehungs- und Energieministerin sowie das Amt des Ministers im Präsidentenbüro. Zwei Zuständigkeiten - für Erziehung und Energie - gab sie wieder aber, übernahm dann aber ein auf sie zugeschnittened neues Amt, das eines Sate Counseor, das ihr Rechte einräumt wie sie einem Ministerpräsidenten zustehen. Dies Amt ist in der Verfassung allerdings nicht vorgesehen. Damit wird sie ihrem im Vorfeld der Wahlen erhobenen Anspruch gerecht, "über dem Präsidenten" zu stehen. Das neue Kabinett, in dem laut Verfassung auch drei Militärs wichtige Posten innehaben, ist ein Kompromiss zwischen den unterschiedlichen Konzepten von Demokratie, die in Myanmar gegenwärtig miteinander verwoben sind. Näheres dazu findet sich in einem Aufsatz von mir, der in den Schweizer "Asienstudien" erschienen ist.

Februar 2016 - Zwei kleine Königreiche im Kayin-Staat

Die Reise von Myawady zur Hauptstadt des Kayin-Staated Hpa-an führte über den neu gebauten Asian Highway und an zwei Orten vorbei, an denen religiöse Führer ein kleines Reich aufgabaut haben bzw. hatten. Der erste heißt Phu Taki, hat eine Gemeinde von etwa 4-5000 Kayin um sich versammelt und scheint ein absoluter Ekzentriker zu sein. In Yangon macht man auf Facebook Witze über ihn. Er gilt als so heilig, dass die Erde brennen würde, wenn er sie mit seinen Füßen berühren würde. Darum fährt er auf seinem Gelände in kleinen Wagen, die von Ziegen und Hirschen gezogen werden. Es gibt aber auch Autos für Überlandfahrten. Der kurze Besuch erbrachte eine Reihe bizarrer Bilder.

Einige Kilometer weiter liegt der Thamanya-Hügel an der Straße. Hier lebte bis 2003 ein Mönch, der im ganzen Land verehrte und dem auch Aung San Suu Kyi zwei Mal ihre Aufwartung machte, nachdem sie aus dem Hausarrest entlassen worden war. Der Mönch hatte einige Jahre auf dem Berg meditiert und dann b dann eine Gefolgschaft aus unterschiedlichen Ethnien um sich gesammelt. Nachdem sich sein Ruf landesweit verbreitet hatte, kamen zahlreiche Pilger, die versorgt werden mussten. So entstand eine kleine Stadt, die von dieser Art des Tourismus lebte. Zu den Regeln, die der Mönch erlassen hatte, gehörte, dass nur vegetarisch gegessen werden durfte. Außerdem lebten die Menschen in diesem kleinen Reich, das den Rang eines vom Staat anerkannten steuerfreien religiösen Ortes hatte, friedlich miteinander. Im Jahr 2003 verstarb der Thamya Sayadaw. Bei meinem Besuch war der Hügel nur sehr spärlich besucht - man wurde aber immer noch zum Essen der vegetarischen Kosten eingeladen.

Der Bedeutungsrückgang des Hügels nach dem Tode des Mönchs ist von politischer Bedeutung. Es zeigt, dass in Myanmar die großen Werke einzelner Personen an ihre Lebenszeit gebunden sind. Aung San Suu Kyi hatte das kleine Reich um den Hügel als Modell für ein friedliches und korruptionsfreies Birma gepriesen. Nach dem Tode des Mönchs aber stritten seine Anhänger um sein Erbe. Ähnliches könnte geschehen, wenn Aung San Suu Kyi von der politischen Bühne abtritt.

Myanmar lässt sich als ein Land der immer wiederkehrenden Teufelskreise beschreiben, die von der Hoffnung auf rettende Engel angetrieben werden. Das jedenfalls ist das Fazit meiner letzten Reise.

Januar 2016

Ende Januar begann eine nächste Reise nach Myanmar. Dabei bin ich zum ersten Mal auf dem Landweg eingereist, und zwar über die "Freundschaftsbrücke", die Mae Sot mit Myawadi verbindet. In Mae Sot besuchte ich die Mae Tao Klinik, die nach 1988 von Cynthia Maung - das Bild zeigt ein anlässlich ihres 56. Geburtstages erstelltes Plakat - aufgebaut wurde. Hier werden kostenlos kranke Birmanen behandelt. Gleichzeit ist hier ein Zentrum der birmanischen Demokratiebewegung. Es wird versucht, ein einheitliches Gesundheits- und Bildungssystem der ethnischen Oppositionen zu erarbeiten , das später als Modell für ein neue staatliche Richtlinien dienen soll. Eijn Neubau der Klinik ist in Vorbereitung. Es gibt also auch nach dem Wahlsieg Aung San Suu Kyis keinen Plan,die Arbeit nach Myanmar verlagern.

Die Wahlen

Ende November sind die Auswirkungen noch nicht klar. Auf Grund der Verfassung wird die siegreiche NLD zwei Kandidaten für das Präsidentenamt vorschlagen können, ein dritter wird von den Abgeordneten des Militärs nominiert. Dann gibt es in einer gemeinsamen Sitzung beider Häuser des Parlamentes eine Abstimmung. Der Gewinner wird Präsident, die beiden Unterlegenen Vize-Präsidenten. Da Aung San Suu Kyi auf Grund einer Verfassungsklausel selbst nicht Präsidentin werden kann, ist die Frage, wer von ihr als Kandidat nominiert werden wird. Sie selbst hat schon vor den Wahlen mitgeteilt, dass sie im Falle eines Wahlsieges "über dem Präsidenten" stehen wird.

2. Dezember

An diesem Tag gibt es um 19.30 in der Werkstatt3 in Hamburg-Altona (Nernstweg 32) eine Diskussion über die Zukunft Myanmars zwischen Andreas Lorenz und mir, also den beiden Autoren einer Biographie über Aung San Suu Kyi. Näheres hier.

Ausgangspunkt der Diskussion wird der grandiose Wahlsieg von Aung San Suu Kyis Partei, der National League for Democracy sein.Er wurde von meinem Ko-Autor, der die Wahl vor Ort beobachtet hat, einen Tag nach der Wahl in einem Bericht von sat3 prognostiziert.

Was bedeutet er für die Zukunft des Landes?

Meine Antwort auf diese Frage ist zwiespältig. Das Ergebnis bestätigt meine Theorien über das Wahlverhalten der Bevölkerung des Landes, durch das eine moralisch qualifizierte Person ins Amt gewählt wird, zu der es gegenwärtig weder eine Alternative noch eine Opposition gibt. Damit ergibt sich die Frage, was passiert, wenn diese Person nicht mehr da ist. Die Friedensnobelpreisträgerin wird ja nicht ewig leben.

Juli 2015

Anfang des Monats hat die Wahlkommission bekannt gegeben, dass die nächsten Wahlen am 8. November 2015 stattfinden werden. Kurz darauf teilte Aung San Suu Kyi mit, dass ihre Partei bei den Wahlen teilnehmen werde.

Das neue Buch wird am 20. Juli in den Buchhandel gehen. Wer ein signiertes Exemplar haben möchte, kann es bei mir für 18 Euro (inkl. Porto und Verpackung) bestellen. Der Ladenpreis beträgt € 19,90.

Juni 2015

Aus Anlass des 70. Geburtstag unserer Heldin habe ich der Deutschen Welle ein Interview gegeben.Es dauert noch ein bisschen, bis das Buch herauskommt.

Wer a aber schon mal  hineinschnuppern will, kann  hier das erste Kapitel in einer vorläufigen Fassung lesen.

Mai 2015

Die Flucht von Muslimen aus der Grenzregion zwischen Myanmar und Bangladesh macht Schlagzeilen und wird mit den Flüchtlingsströmen über das Mittelmeer verglichen. Es gibt aber erhebliche Unterschiede:

a) Das traurige Schicksal der Rohingya ist ein Spätprodukt der Kolonialzeit, in der zwischen dem überwiegend muslimischen Bengalen und dem buddhistischen Rakhine/Birma eine Grenze geschaffen wurde, die durch die Kolonialmacht für Migranten aus dem überbevölkerten Bengalen durchlässig gemacht wurde, heute aber starr ist. Im Mittelmeer sind die Probleme überwiegend durch die westlichen Staaten mitversucht worden, die geholfen haben, repressive aber relativ stabile politische Systeme im arabischen Raum zu destabilisieren (s. mein Büchlein “Fetisch Demokratie. Der Arabische Frühling von außen betrachtet”).

b) In den ASEAN-Ländern gibt es keine dem deutschen Recht auf Asyl vergleichbare Verfahren – zudem kommen die meisten Flüchtlinge, die nach Thailand, Malaysia und Indonesien unterwegs sind, aus dem Mitgliedsland Myanmar. Das ist also so, als würden Spanier nach Dänemark flüchten. Daher weigern sich Thailand, Malaysia und Indonesien auch, die Flüchtlinge aufzunehmen und schicken die Boote wieder zurück.

April 2015

Es ist nicht so, dass seit dem letzten Eintrag nichts passiert wäre, ich hatte nur keine Zeit, es hier einzutragen. Das lag im Wesentlichen daran, dass ich mit Hochdruck an einem neuen Buch gearbeitet habe, dass noch vor dem 70. Geburtstag von Aug San Suu Kyi (19.6.2015) herauskommen soll. "Die Tochter" habe ich zusammen mit Rodion Ebbighausen, einem bei der Deutschen Welle arbeitenden Journalisten geschrieben. Wir warten Ende April darauf, dass das Buch fertig gesetzt ist, damit wir uns an den Index machen können. - Im März erschien schon eine andere Biographie der "Lady" (Andreas Lorenz, Aung San Suu Kyi. Ein Leben für die Freiheit, Beck). Wir sind neugierig darauf, was Rezensenten sagen, die beide Bücher gelesen haben!

Ich war im Januar und Februar zuletzt in Myanmar. Ein wesentlicher Zweck der Reise war es, letzte Recherchen für das neue Buch durchzuführen und interessante Bilder zu bekommen. Es traf sich gut, dass der 100. Geburtstag des Vaters gerade bevorstand (13. Februar 2015). Da gab es auf der Straße, in seinem Geburtshaus in Natmauk und in Galerien viele Bilder zu sehen (Das nebenstahende Bild zeigt ein Gemälde seines Geburtshauses mit einem Familienbild, das nach einer Fotografie eingefügt wurde).

Es folgt ene kleine Bildergalerie: Die Klosterschule in Natmauk, die Aung San besuchte - Bei deiner Flucht nach China als Chinese verkleidet - als Kendo-Kämpfer in Japan (Gemälde) - Bei Verhandlungen in Japan.

Die folgenden Bilder zeigen Aung San nach dem Ende des Krieges:

Von links nach rechts: Januar 1947 in London (ganz rechts: sein späterer Mörder U Saw) - Familienbild - Mit Kachin-Frauen im November 1946 - In Wartestellung - auf einem Plakat in Pyapn (Irrawaddy-Delta)

Und nach so vielen alten und grauen Männerbilderndes Vaters nun noch einige farbige von der Tochter mit einer ihrer besten Freundinnen.

Ach ja - beide möchten gerne Präsidentinnen werden. Ob sie sich deshalb so gut verstehen?

September 2014

Am 18. September wurde in München im frisch umbenannten Museum fünf Kontinente, dem ältesten Völkerkundemuseum Deutschlands, eine Ausstellung zu Myanmar eröffnet, die bis zum 3. Mai geöffnet sein wird. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Stücke, die ein früherer Direktor des Museums, Lucian Schermann, von einer Reise nach Birma im Jahr 1911 mitgebracht hat.

Kurz darauf wurde in Stuttgart eine weitere Ausstellung zu Myanmar eröffnet, die vom Umfang her sehr viel umfangreicher ist und von einem üppigen Begleitprogramm - einschließlich eines wissenschaftlichen Symposiums - begleitet war. Ich habe da einen Vortrag zur buddhistischen Hermeneutik im Theravada-Buddhismus gehalten. Er läuft darauf hinaus, dass Politik in Myanmar wie in den anderen vier tharavada-buddhistischen Ländern unberechenbar bleiben wird, solange es keinestrikte Trennung von Religion und Politik oder die Tradition einer rational begründeten Auslegung der heiligen buddhistischen Schriften gibt.

Am 3. und 4. September besuchte Präsident Thein Sein im Rahmen einer Europareise Deutschland. Er traf in Berlin u.a. Angela Merkel und Joachim Gauck. Gleichzeitig wurde im Auswärtigen Amt eine Ausstellung zum 60. Jubiläum der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und Birma eröffnet, an der der Präsident aus protollarischen Gründen, wie es hieß, nicht teilnahm. Die Ausstellung war bis zum 9. Oktober im Lichthof des Amtes zu sehen.

August 2014

In der August-Ausgabe von südostasien, der Quartalsschrift der Südostasien-Informationsstelle, zu Thema Religion und Politik ist ein Artikel von mir zur Geschichte der Kyauk-taw-gyi Pagode in Insein abgesdruckt, der interessante Aufschlüsse über das Verhältnis von Buddhism und Staat im gegenwärtigen Myanmar sowie über die Nachwirkungen von Veränderungen innerhalb der Junta in ihrer öffentlichen Darstellung enthält. Hier ist ein erster Entwurf des Artikels zu lesen.

Jetzt ist auch auch die deutsche Ausgabe des Buches mit den Reden Aung San Suu Kyis aus den Jahren 1995 und 1996 erschienen. Im unterschied zu der in Myanmar herausgegebenen zweisprachigen Ausgabe enthält es auch nocvh die in englischer Sprache zugänglichen Reden, die sie nach dem Ende der überlieferten Transkripte im April 1996 bis zu hrer Freilassung i November 2010 gehalten hat.

Auch diese Ausgabe dient dazu, den an der Politik Myanmars Interessierten im Blick auf die Wahlen von 2015 einen Einblick in die politische Philosophie der Vorsitzenden der NLD und des Verhältnisses zu ihren Mitgliedern zu geben. So inden sich etwa auf S. 50 einige höchst interessante Bemerkungen zum Thema politischer Pluralismus und zur Notwendigkeit eines Mehrparteinsystems.

Juni 2014

Brennende Moschee in Meikthila im April 2013
Brennende Moschee in Meikthila im April 2013

Am 5. Juni gab es in der Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin eine Veranstaltung des RememBrance Forum (RBF) zu den ant-muslimischen Tendenzen in Myanmar. Ich war eingeladen, ein Statement abzugeben. Außer mir sprach noch Dr. Khin Zaw Win, ein ehemaliger politischer Häftling und sozialer Aktivist aus Myanmar. Ich hatte ihn schon in Yangon getroffen und wir hatten uns abgesprochen, dass ich etwas über die generellen Haltung von Buddhisten in Myanmar den Muslimen gegenüber sagen würde, während er zum den Konflikt um die Rohingyas im Rakhine-Staat Stellung nehmen würde. Meine These: Es gbt im buddhistischen Myanmar einen "schlafenden Rassismus" gegen Muslime, der sich mit den anti-jüdischen Ressentiments in Deutschland im vorigen Jahrhundert vergleichen lässt.

April/Mai 2014

Der Umschlag des Buches
Der Umschlag des Buches

Im Mai war ich fast drei Wochen in Myanmar. Anlass der Reise war die Fortsetzung des Versuches, die Kontakte zwischen der Südostasien-Abteilung der Uni Bonn und Unversitäten in Myanmar weiter voranzutreiben. Es zeigte sich, dass das weiter mühselig ist und viel Geduld erfordert. Außerdem konnte ich das von mir herausgegebene Buch mit den Reden Aung San Suu Kyis in Birmanisch und einer englischen Übersetzung, die sie 1995 und 1996 über das Tor ihres Hauses in der University Avenue gehalten hat in Empfang nehmen und an Freunde verteilen. Ich hoffe auf eine baldige zweite Auflage, in der einige Schwachstellen der jetzigen Ausgabe verbessert werden können.

In Hamburg wird in Kürze eine englische Ausgabe erscheinen, in der neben den übersetzten Reden auch noch ein Anhang enthalten ist, der über das Auskunft ibt, was sie nach dem April 1996 gesagt hat. Zu diesem Zeitpunkt enden die Transkriptionen ihrer Reden, die in Japan veröffentlicht wurden.

Beide Bücher dienen u.a. dazu, einen Vergleich zwischen Suu Kyis Äußerungen vor 20 Jahren und heute im Vorfeld der Wahlen von 2015 zu ermöglichen. Die myanmarische Ausgabe kann überdies zu Sprachstudiem verwendet werden.

 

Egon Bahr, Suu Kyi und Sigmar Gabriel
Egon Bahr, Suu Kyi und Sigmar Gabriel

Vom 10.-14. April besuchte Aung San Suu Kyi Deutschland. Anlass war die Verleihung des mit 25.000 € dotierten Internationalen Willy-Brandt-Preises, die am 1.. April in Berlin stattfand. Außerdem traf sie am ersten Tag ihres Besuches Bundespräsident Gauck und Bundeskanzlerin Merkel und nahm an einer Sitzung des Bundestags teil. Am Sonntag traf sie sich mit Landsleuten.

Hier sind einige meiner Eindrücke von dem Event.

 Am 30.3. wird in Myanmar mit Unterstützung einer Unterorganisation der Vereinten Nationen eine Volkszählung beginnen, die bis zum 10. April dauern soll. Die letzte war von der Militärjunta im Jahr 1983 veranstaltet worden. Ihre Ergebnisse wurden von den Gegenern der Junta bezweifelt. Auch die jetzt angesetzte Erhebung steht in der Kritik.

 

Mein neues Buch ist auf dem Markt: "Fetisch Demokratie. Der Arabische Frühling, von außen betrachtet". Es enthält eine Kurzfassung meiner Unetrsuchung des Transitiosnprozesses in Myanmar, ein Blick auf die großen Demokratiethemen - und beginnt mit einem Rückblick auf die "Orangene Revolution" in der Ukraine und einigen Bemerkungen zu den jüngsten Entwicklungen im Land.

Moral: Demokratie in außereuropäischen Ländern ist überweigend ein irrationales und oft quai-religiöses Motiv im Auge des Betrachters.

Ich habe das Büchlein als Beitrag zur aktuellen Diskussion über deutsche Außenpolitik an verschiedene Politiker, Journalisten und Wissenschaftler geschickt und warte auf Resonanz. Als erstes hat das Büro des Bundespräsidenten geantwortet, wie zu erwarten eher nichtssagend.

Februar 2014

Vom 9.-12. Februar besuchte Bundespräsident Gauck Myanmar. Dabei traf er in Naypyidaw, der Hauptstadt, am 10.2. den Präsidenten Thein Sein und danach Aung San Suu Kyi (siehe Bild; Quelle: STERN). Dieses Treffen zweier ehemaliger Dissidenten war so etwas wie der emotionale Höhepunkt einer Reise, die ansonsten mehr von Symbolik als von Substanz geprägt war. In seinen Reden zeigte sich der Präsident von der Aufbruchsstimmung im Lande beeindruckt. Er versprach deutsche Unterstützung bei der Umsetzung des Aufbruchs zur Demokratie und mahnte zusammen mit Aung San Suu Kyi eine Fortsetzung der Reformen an..

Im Beisein des deutschen Bundespräsidenten wurde in Naypyidaw ein Abkommen zwischen den beiden Ländern unterzeichnet, mit dem Deutschland seine Schulden erlässt. Die stammen aus der Zeit vor 1988, als Deutschland nach Japan der zweitwichtigste Handelspartner Birmas war und im Lande zahlreiche Entwicklungsprojekte förderte. Nach dem von einem Mlitärputsch beendeten Volksaufstand gegen das von beiden deutschen Staaten hofierte und unterstützte Regime begann ein langer Dornröschenschlaf in den Beziehungen, der kurz nach dem ersten Besuch eines bundesdeutschen Präsidenten in Birma im Jahr 1986 und em Gegenbesuch seines birmanischen Kollegen ein Jahr später begonnen hatte. Der jetzige Besuch soll das Ende dieser Periode bezeichnen und einen Neuanfang einläuten.

Am 11. Februar eröffnete der Präsident, der aus Indien kommend von zahlreichen Wirtschaftsvertretern begleitet war, dazu ein kleiner Büro der deutschen Handelskammern in Yangon und eröffnete formell das Goethe-Institut in einem  alten Gebäude, das erst noch gründlich saniert werden muss. Während die Eröffnung des Büros der deutschen Wirtschaft mit der Schließung des Büros des Ostasiatischen Vereins zusammenfielt, bedeutete die Eröffnung des Goethe-Instituts einen Akt der deutschen Wiedervereinigung auf dem Boden Myanmars. In den 60er Jahren hatte es dort schon einmal für kurze Zeit ein solches Institut gegeben, das dann aber von der von der Bundesrepublik wirtschaftlich unterstützten sozialistischen Regierung geschlossen wurde. Deutsche Sprachkurse gab es aber weiter. Sie wurden in der Botschaft der DDR durchgeführt. Die deutschen Sprachlehrerinnen lernten gleichzeitig Birmanisch und unterichteten diese Sprache nach ihrer Rückkehr an Universitäten der DDR. Nach der Wiedervereinigung wurde die letzte der dafür eingerichteteten Stellen "abgewickelt".

Dies kann als ein Zeichen dafür gewertet werden, dass die deutsche Hilfe für den Neuaufbau Myanmars auf tönernen Füßen steht. Es fehlt hier an dem nötigen Wissen über die Bedingungen, unter denen der Neuanfang erfolgt. Gleichzeitig ist der Fehlschlag der deutschen Birma-Politik vor 1988 nie aufgearbetet worden. Die Fehler von damals könnten also wiederholt werden.